Allgemeines zu Fuerteventura

Allgemeines

Fuerteventura ist die zweitgrößte Insel der Kanarischen Inseln im Atlantik und liegt weniger als 100 km westlich der marokkanischen Westküste. Ihre Landfläche beträgt 1660 km². Mit ca. 117000 Einwohnern leben hier weniger Menschen als auf ihrer halb so großen Nachbarinsel Lanzarote. Hauptstadt und mit ca. 40000 Einwohnern größte Stadt ist Puerto del Rosario an der Ostküste.

Die Kanaren sind eine autonome Region Spaniens und gehören zur Europäische Union und zum Schengen-Raum. Die Währung ist somit der Euro. Allerdings gehören die kanarischen Inseln nicht zum Steuergebiet für Verbrauchs- und Mehrwertsteuern. Dies hat zur Folge, dass bei der Einreise die zollrechtlichen Bestimmungen für die Rückkehr aus einem Nicht-EU-Staat gelten. Bei Überschreiten von Freigrenzen werden Einfuhrumsatzsteuer und ggf. Verbrauchssteuern fällig.

 

Geographie / Klima / Vegetation

Fuerteventura ist die älteste der kanarischen Inseln und entstand schon vor ca. 20 Millionen Jahren infolge vulkanischer Aktivitäten. Wenige Kilometer nördlich liegt ihre Schwesterinsel Lanzarote, mit der sie früher sogar verbunden war und in Richtung Westen sind es Luftlinie nur rund 60 km nach Gran Canaria. Nach Osten befindet sich in ca. 100 km Entfernung die Küste des afrikanischen Kontinents (in Marokko). Die doch sehr geringe Entfernung führt in den letzten Jahren vermehrt dazu, dass immer mehr Menschen aus Afrika über den Atlantik mit wenig seetüchtigen Booten versuchen, auf die Kanaren, vor allem Fuerteventura, zu fliehen.

Schaut man sich die Insel von oben an, so kann man eine klare Zweiteilung in den größeren nördlichen Teil, Maxorata, und den deutlich kleineren südlichen Teil, die Halbinsel Jandia, erkennen. Der schmale Streifen, der auch optisch für eine Trennung sorgt, nennt sich Istmo de la Pared, und ist die schmalste Stelle der Insel. Im nördlichen Teil der Insel wechseln sich Ebenen mit Mittelgebirgszügen ab, auch wenn die Berge hier beeindruckend hoch aussehen, so sind sie es nicht wirklich und erreichen kaum Höhen über 800 m. Zwischen Lajares und Corralejo erheben sich aus der Ebene ein paar Vulkankrater, die aus der letzten Periode vulkanischer Aktivität stammen. Auf Jandia dominiert das zentrale Gebirge, hier bist es nur wenige flache Ebenen an den Küsten.

Wie auf allen kanarischen Inseln ist das Klima hier ganzjährig sehr mild, was ihnen den Beinamen „Inseln des ewigen Frühlings“ eingebracht hat. Die Tageshöchsttemperaturen pendeln zwischen 20 °C im Januar und knapp unter 30°C von Juli bis September. Dabei ist es im Süden der Insel um Morro Jable etwas wärmer als im Norden in Corralejo. Die Niederschläge sind sehr gering, was natürlich Auswirkungen auf die Vegetation hat. Allgemein regnet es zwischen November und Februar etwas häufiger, allerdings sind die Regenmengen doch sehr überschaubar und die Dauer doch sehr kurz. Ursache dafür ist das Fehlen von wirklich hohen Bergen. Der höchste Punkt auf Fuerteventura ist der Pico de la Zarza mit gerade einmal 807 m Höhe. Deshalb ziehen die Wolken einfach über die Insel hinweg, ohne sich an den Berggipfeln abzuregnen, wie es mit Ausnahme von Lanzarote auf vielen anderen kanarischen Inseln ist.

Die Wassertemperaturen liegen zwischen Juni und Oktober konstant über 20°C, können im Winter auch mal bis 17 oder 18°C sinken. Wer als Deutscher die Ostsee gewöhnt ist, der wird auch bedenkenlos im Atlantik baden gehen. Wem das zu kalt ist, der geht einfach den Hotels in die dort vorhandenen Pools. Dort wird das Wasser häufig auf ca. 25°C erwärmt.

Auf Fuerteventura weht sehr häufig ein starker Wind, weshalb hier viel Wind- und Kitesurfer zu finden sind. Ein besonderes Phänomen ist der Calima, ein heißer Wind aus dem Osten, der die Temperaturen sprunghaft ansteigen lässt. Dann kann durch den mitgebrachten Sand sich der Himmel gelb verfärben bzw noch dunkler werden.

Bedingt durch den geringen Niederschlag und menschliche Einflüsse wie Rodung oder Ziegenhaltung ist die Vegetation sehr karg. Ausgedehnte Wälder wie z.B. auf Teneriffa gibt es hier nicht und viele Palmen wachsen nur aufgrund künstlicher Bewässerung. Ansonsten wachsen hier eher Pflanzen, die in Wüsten öder wüstenähnlichen Gebieten vorkommen, man findet hier Strandflieder, gelben Ginster und Gliedermelde. Endemisch und sehr typisch ist die kanarische Wolfsmilch Euphorbia handiensis, die man z.B auf Jandia in der Nähe von Cofete finden kann. Wenn es in den Wintermonaten mal etwas häufiger regnet, so werden einige Teile der Insel doch sehr grün und farbenfroh, weshalb ein Besuch in den Wintermonaten auf jeden Fall lohnt.

Anreise

Typischerweise erfolgt die Anreise nach Fuerteventura mittels Flugzeug. Der internationale Flughafen liegt wenige Kilometer südlich der Inselhaupstadt Puerto del Rosario und wird von den meisten deutschen Flughäfen aus direkt angeflogen. Die Flugzeit aus Deutschland beträgt je nach Abflughafen zwischen vier und knapp 5 Stunden. Es gibt auch Flugverbindungen zu anderen kanarische Inseln wie Gran Canaria, Teneriffa (hier wird nur Teneriffa-Nord angeflogen) und La Palma.

Theoretisch möglich ist auch die Anreise per Fähre. Von Corralejo gibt es eine Fähre nach Playa Blanca auf Lanzarote, von Morro Jable fahren Fähren regelmäßig nach Las Palmas auf Gran Canaria. So kann man auch Besuche auf anderen Inseln unternehmen, was gerne auch von Einheimischen genutzt wird.

 

Verkehr

Das Straßennetz ist gut ausgebaut und aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte kommt es hier selten zu größeren Staus. Im öffentlichen Straßenverkehr existiert ein Netz aus Regionalbuslinien, wobei die Linie 1 die wichtigste Verbindung zwischen Morro Jable im Süden und Puerto del Rosario ist und stündlich bedient wird.

Wenn man sich allerdings unabhängig auf der Insel bewegen möchte, so kommt man um die Anmietung eines Mietwagens nicht herum. Dies kann man entweder schon am Flughafen machen und ist so nicht auf Transfers mit dem Bus angewiesen, oder man mietet einen Wagen in einer Mietwagenstation, die in jeder größeren Stadt zu finden sind. Die Anmietung am Flughafen empfiehlt sich vor allem dann, wenn das gebuchte Hotel weit im Süden in der Nähe von Morro Jable gelegen ist. Da die von den Veranstaltern eingesetzten Busse immer mehrere Hotels anfahren, dauert die Anreise nach Morro Jable schon gerne mal 90 Minuten bis zu zwei Stunden. Mit dem Mietwagen schafft man das in etwa einer Stunde und ist dann meist vor den anderen Besuchern da und kann schneller einchecken.

Ein Navigationsgerät im Auto ist nicht unbedingt notwendig, eine einfach Landkarte und der vorherige Blick in selbige reichen meist ausm um das Ziel ohne Probleme zu erreichen. Trotzdem haben viele Mietwagen jetzt schon ein Navi fest eingebaut, was das ganze etwas bequemer macht.

Allerdings gibt es noch eine wichtige Information, die jeder Autofahrer beachten sollte: Im Süden der Halbinsel Jandia enden die ausgebauten und asphaltierten Straßen kurz hinter Morro Jable und sind nur noch Schotterpisten. Eigentlich alle Mietwagenfirmen verbieten es, mit den angemieteten Autos sich auf diesen Straßen zu bewegen. Dies steht dann so in den Mietverträgen uns sollte beachtet werden. Die Polizei kontrolliert hier häufiger und meldet das dann an die Firmen, so dass man Strafen zahlen muss und möglicherweise auch den Versicherungsschutz verliert. Deshalb sollte man sich für den Besuch in dieser Gegend einen Anbieter suchen, der entsprechende Touren anbietet. Wir haben dies getan und können es nur empfehlen.

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Mirador Astronómico de Sicasumbre