In der Business Class bei United von Berlin in die USA

Es gibt nach über zweieinhalb Jahren mal wieder einen Beitrag zum Thema Fliegen. Corona hat ja dafür gesorgt, dass es mehr als zwei Jahre keine Dienstreisen gab und ich auch privat nur im November letzten Jahres nach Lanzarote geflogen sind.

Jetzt ging es also wieder los und nach zwei kürzeren Dienstreisen nach Bonn und Brüssel führte mich meine erste interkontinentale Dienstreise wieder nach Cortland. Das fühlt sich irgendwie immer wie ein Homecoming an, da Cortland das erste Ziel war, dass ich in den USA vor inzwischen 9 Jahren besuchte. Inzwischen war es das fünfte Mal, dass ich dort bei einem Testinstitut verweilte.

Wie schon bei meinem letzten Besuch war die Flugverbindung wieder die Gleiche. Naja, fast. Das letzte Mal ging es noch von Tegel los, diesmal vom BER. Zuerst flog ich mit der zu dem Zeitpunkt einzigen Direktverbindung in die USA mit United Airlines nach Newark und von dort weiter nach Syracuse, NY. Von der Verbindung BER-EWR möchte ich hier berichten.

Der Checkin

Der Checkin gestaltete sich sehr einfach. Ich bekam mehrere Tage vor dem Flug ein E-Mail von United mit einem Link auf deren Checkin-Seiten im Internet. Aufgeteilt war der Prozess in drei Teile.

Zuerst mussten die Reisedaten ausgefüllt werden. Am einfachsten ging dies mit einem Foto vom Reisepass, dass man uploaden konnte. Dann mussten noch weitere Informationen wie Adresse der ersten Unterkunft angeben, und schon war der Teil geregelt.

Im zweiten Teil mussten die Corona-Auflagen erfüllt werden.Erst wenige Wochen zuvor wurden die Einreisebestimmungen dazu gelockert und man benötigte nicht mehr einen aktuellen PCR-Test. Ich musste nur meine Impfzertifikate hochladen, und schon war der Teil erledigt.

Der eigentliche Checkin für die Flüge konnte dann erst 24 Stunden vor dem ersten Flug erfolgen und funktionierte auch problemlos.

Am Flughafen am Samstag früh verlief das Aufgeben des Gepäcks doch etwas zäh. Das lag hauptsächlich daran, dass sämtliche Personen vor mir ihre Impfnachweise erst dort vorlegten und das somit lange dauerte. Als ich an der Reihe war, dauerte es keine drei Minuten, und ich war fertig.

Danach ging es zur Sicherheitskontrolle, bei der mir zum ersten Mal was richtig Dummes passierte. Ich vergaß mein Handy in dem Tray und bemerkte das erst, als ich schon durch die Passkontrolle im internationalen Bereich war. Mit Hilfe mehrerer hilfsbereiter Polizisten konnte ich zurück zur Sicherheitskontrolle und dort fand sich auch mein Handy wieder.

Ich verzichtete auf den Besuch in der Lufthansa Lounge, den mir als Business Class Gast zustand. Das Boarding verlief dann recht reibungslos und ich war kurz nach 9 im Flugzeug.

Die Business Class

Der Flugzeugtyp, den United Airlines auf der Strecke nach Newark einsetzt ist eine Boeing 767-400ER. Die POLARIS Business Class erinnert von den Sitzen an die Business Class von Lufthansa. Angeordnet sind die 39 Sitze in einer 2-1-2-Anordnung, wobei der Sitz 7 D als Crew-Rest für einen der drei Piloten zum Schlafen reserviert ist. Die Anordnung der Sitze hat natürlich den Nachteil, dass derjenige, der am Fenster sitzt, über den anderen hinwegsteigen muss. Das geht besser, in neueren Flugzeugen wie der Boeing 787 hat United schon eine bessere Business Class verbaut. Auch bei American Airlines gibt es eine solche Business Class schon länger.

Der Sitz ist trotzdem sehr bequem, man kann ihn in ein flaches Bett verwandeln, auf dem man halbwegs schlafen kann. Man hat zwei Decken sowie ein Kopfkissen. Für den Übernachtflug kann man sich noch eine weitere Decke, die eher an eine richtige Bettdecke erinnert geben lassen. Das Amentity Kit war in der Form eines kleinen Koffers und enthielt alles, was man sonst auch schon von anderen Fluggesellschaften kennt, z.B. Zahnbürste und Zahnpasta, Socken, Kugelschreiber, Cremes, etc.

Als Begrüßungsgetränk gab es wahlweise Wasser, Saft oder Sekt. Vor dem Start konnte man auch schon das In-Flight-Entertainment System nutzen. Die Auswahl an Filmen ist riesig, von Klassikern bis hin zu aktuellen Filmen kann man sehr viel wählen.

Wir flogen pünktlich von Berlin ab und etwa eine Stunde nach Start würde das erst Mal Essen serviert. Die Auswahl ist okay, es gibt neben Fleisch noch Fisch und auch vegetarisch.Ich entschied mich für die Short Ribs, die ganz gut waren. Interessanterweise gab es auf dem Rückflug ebenfalls Short Ribs, allerdings mit anderen Beilagen.

Auf das Dessert verzichtete ich, dafür versuchte ich, beim Filme schauen etwas zu schlafen.

Der Flug verlief sehr ruhig und etwa anderthalb Stunden vor der Landung wurde noch einmal Essen serviert. In dem Fall entschied ich mich für den Wellington Burger, also ein Burger Patty in Blätterteig, was ausgesprochen lecker schmeckte.

Kurz vor der Landung war dann der Film zu Ende, den ich als letztes schaute. Im Entertainment System fand ich dann etwas sehr spannendes: man konnte live den Funk der Piloten mithören und ich lauschte den letzten 10 Minuten, wie die Lotsen mit den Flugzeugen um uns herum kommunizierten. Wer dazu mal die Chance hat, einfach mithören, ist super interessant.

Loungezugang

Auch wenn man kein Statuskunde bei United oder einer anderen Fluggesellschaft innerhalb von Star Alliance ist, hat man als Business Class Kunde Zugang zur Business Lounge. Am BER ist die Lounge von Lufthansa, die ich als relativ normal bezeichnen würde.

In Newark hatte ich vor meinem Rückflug 6 Stunden Zeit, die ich in der neuen Business Lounge von United Airlines verbrachte. Ich kannte die alte Lounge von meinem Aufenthalt fünf Jahre zuvor. Damals war ich enttäuscht, das war echt die schlechteste Lounge, die ich je gesehen hatte. Nichts richtiges zu Essen, einfache Getränke, für die man zahlen musste und in anderen Lounges kostenlos sind.

Deswegen hatte ich keine allzu großen Erwartungen, doch diese wurden übertroffen. Die neue United Polaris Lounge ist richtig gut. Das Buffet hatte eine große Auswahl, als ich kurz vor 12 da war, konnte ich mich noch vom Frühstücksbuffet bedienen. Gerade als ich fertig war, wurde das Mittagsmenü aufgetischt. Zusätzlich zum Buffet gab es noch ein richtiges Restaurant, in dem man sich bedienen lassen konnte. Hatte ich vorher so auch noch nicht gesehen. Auch das Getränkeangebot war gut. Alkoholfreie Getränke konnte man sich selbst nehmen, alles alkoholhaltige wurde an der Bar ausgeschenkt.

Einzig am Nachmittag gegen Abend hin wurde es extrem voll und es gab kaum noch freie Plätze.

Fazit

Mit der Polaris Business Class in der Boeing 767 hat United zwar nicht mehr das aktuellste und modernste Angebot an einer Business Class, trotzdem ist diese sehr gut. Das Essen ist aus meiner Sicht im oberen Mittelfeld anzusiedeln, das IFE ebenso. Der Service könnte etwas besser sein, ich bin es gewohnt gewesen, dass die Flugbegleiter mehr von sich aus herumgehen und beispielsweise Getränke anbieten. Aber vielleicht hat Corona etwas verändert.

Seit Mitte August ist das jetzt aber nicht mehr die einzige Verbindung in die USA. Norse Atlantic Airways fliegt vom BER nach New York JFK und nach Los Angeles. Im Winter kommt vermutlich saisonal noch Fort Lauderdale in Florida hinzu. Und nächstes Jahr möchte United zumindest saisonal nach Washington, DC fleigen, Delta Airlines nach New York.  Also der BER scheint sich langsam zu machen und immer mehr Langstreckenverbindungen zu bekommen. Wenn Lufthansa oder Eurowings (Discover) nicht wollen, kommen eben andere.

Die Boeing 767-400

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Die Boeing 767-400 am BER

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